Tipps zum Bildschirm-Arbeitsplatz


So sieht ein korrekter Bildschirmarbeitsplatz aus:
  1. Die auf dem Bildschirm dargestellten Zeichen müssen scharf, deutlich und ausreichend groß sein sowie einen angemessenen Zeichen- und Zeilenabstand haben.
  2. Das auf dem Bildschirm dargestellte Bild muß stabil und frei von Flimmern sein; es darf keine Verzerrungen aufweisen.
  3. Die Helligkeit der Bildschirmanzeige und der Kontrast zwischen Zeichen und Zeichenuntergrund auf dem Bildschirm müssen einfach einstellbar sein und den Verhältnissen der Arbeitsumgebung angepaßt werden können.
  4. Der Bildschirm muß frei von störenden Reflexionen und Blendungen sein.
  5. Das Bildschirmgerät muß frei und leicht drehbar und neigbar sein.
  6. Die Tastatur muß vom Bildschirmgerät getrennt und neigbar sein, damit die Benutzer eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung einnehmen können.
  7. Die Tastatur und die sonstigen Eingabemittel müssen auf der Arbeitsfläche variabel angeordnet werden können. Die Arbeitsfläche vor der Tastatur muß ein Auflegen der Hände ermöglichen.
  8. Die Tastatur muß eine reflexionsarme Oberfläche haben.
  9. Form und Anschlag der Tasten müssen eine ergonomische Bedienung der Tastatur ermöglichen. Die Beschriftung der Tasten muß sich vom Untergrund deutlich abheben und bei normaler Arbeitshaltung lesbar sein.
    Sonstige Arbeitsmittel
  10. Der Arbeitstisch bzw. die Arbeitsfläche muß eine ausreichend große und reflexionsarme Oberfläche besitzen und eine flexible Anordnung des Bildschirmgeräts, der Tastatur, des Schriftguts und der sonstigen Arbeitsmittel ermöglichen. Ausreichender Raum für eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung muß vorhanden sein. Ein separater Ständer für das Bildschirmgerät kann verwendet werden.
  11. Der Arbeitsstuhl muß ergonomisch gestaltet und standsicher sein.
  12. Der Vorlagenhalter muß stabil und verstellbar sein sowie so angeordnet werden können, daß unbequeme Kopf- und Augenbewegungen soweit wie möglich eingeschränkt werden.
  13. Eine Fußstütze ist auf Wunsch zur Verfügung zu stellen, wenn eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung ohne Fußstütze nicht erreicht werden kann.
    Arbeitsumgebung
  14. Am Bildschirmarbeitsplatz muß ausreichender Raum für wechselnde Arbeitshaltungen und -bewegungen vorhanden sein.
  15. Die Beleuchtung muß der Art der Sehaufgabe entsprechen und an das Sehvermögen der Benutzer angepaßt sein; dabei ist ein angemessener Kontrast zwischen Bildschirm und Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Durch die Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes sowie Auslegung und Anordnung der Beleuchtung sind störende Blendwirkungen, Reflexionen oder Spiegelungen auf dem Bildschirm und den sonstigen Arbeitsmitteln zu vermeiden.
  16. Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten, daß leuchtende oder beleuchtete Flächen keine Blendung verursachen und Reflexionen auf dem Bildschirm soweit wie möglich vermieden werden. Die Fenster müssen mit einer geeigneten verstellbaren Lichtschutzvorrichtung ausgestattet sein, durch die sich die Stärke des Tageslichteinfalls auf den Bildschirmarbeitsplatz vermindern läßt.
  17. Bei der Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes ist dem Lärm, der durch die zum Bildschirmarbeitsplatz gehörenden Arbeitsmittel verursacht wird, Rechnung zu tragen, insbesondere um eine Beeinträchtigung der Konzentration und der Sprachverständlichkeit zu vermeiden.
  18. Die Arbeitsmittel dürfen nicht zu einer erhöhten Wärmebelastung am Bildschirmarbeitsplatz führen, die unzuträglich ist. Es ist für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu sorgen.
  19. Die Strahlung muß - mit Ausnahme des sichtbaren Teils des elektromagnetischen Spektrums - so niedrig gehalten werden, daß sie für Sicherheit und Gesundheit der Benutzer des Bildschirmgerätes unerheblich ist.
    Zusammenwirken Mensch - Arbeitsmittel
  20. Die Grundsätze der Ergonomie sind insbesondere auf die Verarbeitung von Informationen durch den Menschen anzuwenden.
  21. Bei Entwicklung, Auswahl, Erwerb und Änderung von Software sowie bei der Gestaltung der Tätigkeit an Bildschirmgeräten hat der Arbeitgeber den folgenden Grundsätzen insbesondere im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit Rechnung zu tragen:
    21.1 Die Software muß an die auszuführende Aufgabe angepaßt sein.
    21.2 Die Systeme müssen den Benutzern Angaben über die jeweiligen Dialogabläufe unmittelbar oder auf Verlangen machen.
    21.3 Die Systeme müssen den Benutzern die Beeinflussung der jeweiligen Dialogabläufe ermöglichen sowie eventuelle Fehler bei der Handhabung beschreiben und deren Beseitigung mit begrenztem Arbeitsaufwand erlauben.
    21.4 Die Software muß entsprechend den Kenntnissen und Erfahrungen der Benutzer im Hinblick auf die auszuführende Aufgabe angepaßt werden können.
  22. Ohne Wissen der Benutzer darf keine Vorrichtung zur qualitativen oder quantitativen Kontrolle verwendet werden.


Tipps zur richtigen Körperhaltung

Der Nacken
Mit Hilfe der Nackenmuskulatur läßt sich der Kopf in unterschiedliche Positionen bringen. Auf den Nackenmuskeln und -bändern lastet das Kopfgewicht, das im Schnitt immerhin knapp neun Prozent des Körpergewichts beträgt. Infolge der bei der Bildschirmarbeit typischen Kopfhaltung kommt es zu einer anhaltenden Anspannung der Nackenmuskulatur. Die Dauerbelastung kann zu schmerzhaften Verspannungen der Muskeln und Bänder führen. Durch wechselnde Körperhaltungen und Tätigkeiten sowie gezielte Übungen läßt sich dem entgegenwirken.

Die Augen
Durch unser wichtigstes Sinnesorgan nehmen wir den weitaus größten Teil aller Informationen auf. Die eigentlichen Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen) befinden sich auf der Netzhaut. Das Auge ist stets bestrebt, hundert Prozent Leistung zu erbringen, und Bildschirmarbeit bedeutet für die Augen Schwerstarbeit. Wichtige Schutzfunktionen übernehmen Augenlider und Tränen. Sie befeuchten Hornhaut und Bindehaut und reinigen den Augapfel von Fremdkörpern. Trockene Augen durch angestrengtes Starren auf den Bildschirm müssen nicht sein. Ausreichende Luftfeuchtigkeit und Flüssigkeitsaufnahme sowie gegebenenfalls eine passende Sehhilfe unterstützen die Augen.

Nase und Mund
Nase und Mund haben u.a. wichtige Funktionen für den Abwehrmechanismus des Körpers. Die Nase wärmt die Atemluft, reinigt sie von Staubteilen und sättigt sie mit Wasserdampf. Über den Mund/Rachenraum gelangt zusätzliche Atemluft in die Lungenflügel. Trockene Luft bei Bildschirmarbeit belastet die Schleimhäute und setzt damit die Schutzfunktion herab. Trockene Raumluft und Rauch stellen eine große Belastung der Atemwege dar. Ausreichend Luftfeuchtigkeit und regelmäßiger Luftaustausch sind daher für die Atmungsorgane und für Ihr gesamtes Wohlbefinden von großer Bedeutung.

Die Hand
Das wichtigste (Greif-)Werkzeug des Menschen besteht aus vielen kleinen Knochen und Gelenken. Ob Sie mit der Maus arbeiten oder die Tastatur benutzen - stets brauchen Sie die Hand. Ein ungünstiges (hartes) Auflegen der Handballen und Handgelenke kann Beschwerden in den Handgelenken hervorrufen. Nach oben angewinkelte Handgelenke haben eine Verkrampfung sowie mangelhafte Durchblutung der Finger zur Folge. Die Handrücken sollten also möglichst waagerecht gehalten werden. Gelegentliches Abstützen der Handgelenke ist sinnvoll, ständiges Ablegen der Handgelenke kann jedoch zu Beschwerden der Sehnenscheiden und Gelenke führen.

Die Haut
Die Haut ist ein häufig unterschätztes Organ mit wichtigen Funktionen, z.B. Wahrnehmung von Wärme/Kälte und Schmerz. In jüngster Zeit leiden immer mehr Menschen an allergischen Reaktionen. Bisweilen werden diese Auffälligkeiten der Bildschirmarbeit zugeschrieben, in einigen Fällen nicht völlig zu unrecht. Kabel, stark strahlende Lampen, unzureichend abgeschirmte Monitore, Lufttrockenheit, Metalltische usw. fördern die Entstehung elektromagnetischer Felder. Wer überempfindlich gegen Elektrizität ist, kann davon betroffen werden. Für die Vermutung, die von den Monitoren ausgehende Strahlung könne Hauterkrankungen verursachen, liegen bislang keine ausreichenden Beweise vor.

Der Schultergürtel
Die beiden Schlüsselbeine und Schulterblätter bilden den Schultergürtel. Er verbindet Arme und Rumpf. Muskeln und Bänder sorgen dafür, daß Sie Ihre Arme bewegen und mit Ihren Händen greifen können. Darüber hinaus hat der Schultergürtel Einfluß auf Ihre Atmung: bei aufrechtem Oberkörper und geraden Schultern wird die Atmung erleichtert, bei zusammengesackter Haltung und nach innen gerichteten Schulterblättern erschwert. Somit hat dieser Knochengürtel bei überwiegend sitzender Tätigkeit erhebliche Bedeutung für Ihr Wohlbefinden. Es entlastet den Schultergürtel, wenn Sie aufrecht sitzen, Unter- und Oberarm einen rechten Winkel bilden, die Schultern nicht hochgezogen sind und eine Möglichkeit zum Abstützen der Unterarme/Handgelenke vorhanden ist.

Der Rücken
Die Funktionsweise der Wirbelsäule und ihr Zusammenwirken mit der Muskulatur lassen sich mit dem Aufbau eines Segelbootes vergleichen. So wie dessen Mast erst durch eine optimale Spannung der Seile gehalten wird, erhält die Wirbelsäule ihre Stabilität durch das ausgeglichene Zusammenspiel stützender und haltender Muskelkräfte. Starke und einseitige Belastungen haben negative Auswirkungen auf die Wirbelkörper und die dazwischen befindlichen Bandscheiben. Diese unverzichtbaren "Puffer" brauchen Flüssigkeit und Nährstoffe, die aber nicht ausreichend zugeführt werden können, wenn die Wirbelsäule über lange Zeit stark zusammengedrückt ist. Richtiges Sitzen und wechselnde Körperhaltungen und Bewegungen sind daher außerordentlich wichtig.