Der Nacken
Mit Hilfe der Nackenmuskulatur läßt sich der Kopf in unterschiedliche Positionen bringen. Auf den Nackenmuskeln und -bändern lastet das Kopfgewicht, das im Schnitt immerhin knapp neun Prozent des Körpergewichts beträgt. Infolge der bei der Bildschirmarbeit typischen Kopfhaltung kommt es zu einer anhaltenden Anspannung der Nackenmuskulatur. Die Dauerbelastung kann zu schmerzhaften Verspannungen der Muskeln und Bänder führen. Durch wechselnde Körperhaltungen und Tätigkeiten sowie gezielte Übungen läßt sich dem entgegenwirken.
Die Augen
Durch unser wichtigstes Sinnesorgan nehmen wir den weitaus größten Teil aller Informationen auf. Die eigentlichen Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen) befinden sich auf der Netzhaut. Das Auge ist stets bestrebt, hundert Prozent Leistung zu erbringen, und Bildschirmarbeit bedeutet für die Augen Schwerstarbeit. Wichtige Schutzfunktionen übernehmen Augenlider und Tränen. Sie befeuchten Hornhaut und Bindehaut und reinigen den Augapfel von Fremdkörpern. Trockene Augen durch angestrengtes Starren auf den Bildschirm müssen nicht sein. Ausreichende Luftfeuchtigkeit und Flüssigkeitsaufnahme sowie gegebenenfalls eine passende Sehhilfe unterstützen die Augen.
Nase und Mund
Nase und Mund haben u.a. wichtige Funktionen für den Abwehrmechanismus des Körpers. Die Nase wärmt die Atemluft, reinigt sie von Staubteilen und sättigt sie mit Wasserdampf. Über den Mund/Rachenraum gelangt zusätzliche Atemluft in die Lungenflügel. Trockene Luft bei Bildschirmarbeit belastet die Schleimhäute und setzt damit die Schutzfunktion herab. Trockene Raumluft und Rauch stellen eine große Belastung der Atemwege dar. Ausreichend Luftfeuchtigkeit und regelmäßiger Luftaustausch sind daher für die Atmungsorgane und für Ihr gesamtes Wohlbefinden von großer Bedeutung.
Die Hand
Das wichtigste (Greif-)Werkzeug des Menschen besteht aus vielen kleinen Knochen und Gelenken. Ob Sie mit der Maus arbeiten oder die Tastatur benutzen - stets brauchen Sie die Hand. Ein ungünstiges (hartes) Auflegen der Handballen und Handgelenke kann Beschwerden in den Handgelenken hervorrufen. Nach oben angewinkelte Handgelenke haben eine Verkrampfung sowie mangelhafte Durchblutung der Finger zur Folge. Die Handrücken sollten also möglichst waagerecht gehalten werden. Gelegentliches Abstützen der Handgelenke ist sinnvoll, ständiges Ablegen der Handgelenke kann jedoch zu Beschwerden der Sehnenscheiden und Gelenke führen.
Die Haut
Die Haut ist ein häufig unterschätztes Organ mit wichtigen Funktionen, z.B. Wahrnehmung von Wärme/Kälte und Schmerz. In jüngster Zeit leiden immer mehr Menschen an allergischen Reaktionen. Bisweilen werden diese Auffälligkeiten der Bildschirmarbeit zugeschrieben, in einigen Fällen nicht völlig zu unrecht. Kabel, stark strahlende Lampen, unzureichend abgeschirmte Monitore, Lufttrockenheit, Metalltische usw. fördern die Entstehung elektromagnetischer Felder. Wer überempfindlich gegen Elektrizität ist, kann davon betroffen werden. Für die Vermutung, die von den Monitoren ausgehende Strahlung könne Hauterkrankungen verursachen, liegen bislang keine ausreichenden Beweise vor.
Der Schultergürtel
Die beiden Schlüsselbeine und Schulterblätter bilden den Schultergürtel. Er verbindet Arme und Rumpf. Muskeln und Bänder sorgen dafür, daß Sie Ihre Arme bewegen und mit Ihren Händen greifen können. Darüber hinaus hat der Schultergürtel Einfluß auf Ihre Atmung: bei aufrechtem Oberkörper und geraden Schultern wird die Atmung erleichtert, bei zusammengesackter Haltung und nach innen gerichteten Schulterblättern erschwert. Somit hat dieser Knochengürtel bei überwiegend sitzender Tätigkeit erhebliche Bedeutung für Ihr Wohlbefinden. Es entlastet den Schultergürtel, wenn Sie aufrecht sitzen, Unter- und Oberarm einen rechten Winkel bilden, die Schultern nicht hochgezogen sind und eine Möglichkeit zum Abstützen der Unterarme/Handgelenke vorhanden ist.
Der Rücken
Die Funktionsweise der Wirbelsäule und ihr Zusammenwirken mit der Muskulatur lassen sich mit dem Aufbau eines Segelbootes vergleichen. So wie dessen Mast erst durch eine optimale Spannung der Seile gehalten wird, erhält die Wirbelsäule ihre Stabilität durch das ausgeglichene Zusammenspiel stützender und haltender Muskelkräfte. Starke und einseitige Belastungen haben negative Auswirkungen auf die Wirbelkörper und die dazwischen befindlichen Bandscheiben. Diese unverzichtbaren "Puffer" brauchen Flüssigkeit und Nährstoffe, die aber nicht ausreichend zugeführt werden können, wenn die Wirbelsäule über lange Zeit stark zusammengedrückt ist. Richtiges Sitzen und wechselnde Körperhaltungen und Bewegungen sind daher außerordentlich wichtig.